Dekubitusprophylaxe (QS DEK)

Ein Dekubitus, auch als Druckgeschwür (Ulkus), Dekubitalulcus oder Wundliegen bezeichnet, wird als lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes beschrieben. Dekubitalulcera stellen eine ernst zu nehmende Komplikation dar und können im Zusammenhang mit schwerwiegenden Erkrankungen infolge von Druck oder von Druck in Verbindung mit Scherkräften entstehen. Häufig betroffen sind zu pflegenden Patientinnen und Patienten. 

Ein Dekubitus ist oft sehr schmerzhaft und geht in vielen Fällen mit hohem Leidensdruck und eingeschränkter Lebensqualität einher. Neben einer aufwendigen Wundversorgung können im Extremfall Operationen zur plastischen Deckung der entstandenen Haut­ und Weichteildefekte erforderlich sein. Aus ethischer und medizinisch-pflegerischer sowie aus ökonomischer Perspektive muss es daher ein zentrales Anliegen sein, Druckgeschwüren konsequent vorzubeugen (Dekubitusprophylaxe).

Ergebnisorientierter Qualitätsindikator Dekubitusinzidenz

Die Dekubitusinzidenz (Anzahl der neu aufgetretenen Dekubitalulcera innerhalb einer Personengruppe) gilt international als ergebnisorientierter Qualitätsindikator in Bezug auf die Patientensicherheit, weil sie auch Rückschlüsse über im Krankenhaus angewandte Vorbeuge- und ggf. rechtzeitig eingeleitete Behandlungsmaßnahmen ermöglicht. Bei einer wirkungsvollen Prophylaxe können Dekubitalulcera zumeist verhindert werden. Ausnahmefälle sind im „Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ beschrieben.

Sie beziehen sich auf Patientinnen und Patienten, deren Verletzung einer Mobilisation zur Druckentlastung bzw. –verteilung überwiegend entgegensteht (beispielsweise bei Verletzungen der Wirbelsäule). Zudem können andere Pflegeziele in der medizinisch-pflegerischen Versorgung höher priorisiert sein – beispielsweise bei Patientinnen und Patienten, die sich in den letzten Wochen ihres Lebens befinden (terminale Lebensphase). 
 

Ziel und Inhalt des QS-Verfahrens 

Ziel des Verfahrens ist die Verbesserung der Prozess- und Ergebnisqualität, damit möglichst wenig neue Dekubitalulcera entstehen. Neben Druck-, Scher- und Reibungskräften können verschiedene patientenindividuelle Risikofaktoren, wie z.B. Mobilitätseinschränkungen, Diabetes mellitus oder demenzielle Erkrankungen die Entstehung eines Dekubitus begünstigen. 
Die Ausprägung und Häufigkeit dieser Risikofaktoren variiert zwischen den Leistungserbringern. Eine individuelle Risikoabschätzung in Form einer Risikoadjustierung zur Berechnung der Qualitätsindikatoren ermöglicht einen fairen Vergleich der Ergebnisse.

Gegenstand des Verfahrens ist die Erfassung von Dekubitalulcera Stadium/Kategorie 2 bis 4 oder nicht näher bezeichneten Stadiums/bezeichneter Kategorie bei Patientinnen oder Patienten ab 20 Jahren, welche während eines vollstationären Aufenthalts neu aufgetreten (inzident) sind.
Da in der Praxis oft Unsicherheit bei der Abgrenzung eines Dekubitus Stadium/Kategorie 1 von einer Hautrötung besteht, werden Dekubitalulcera Stadium/Kategorie 1 im QS-Verfahren DEK nicht erhoben und ausgewertet. 

Erfassung der Risikofaktoren über Abrechnungsdaten

Für einen möglichst geringen Dokumentationsaufwand seitens der Leistungserbringer erfolgt die Erfassung der Daten für die Nenner der Indikatoren sowie für die Risikofaktoren aller Patientinnen und Patienten über Abrechnungsdaten. 
Es werden Daten zu jeder stationär behandelten Patientin und jedem stationär behandelten Patienten ab 20 Jahren mit oder ohne Dekubitus und zu Risikofaktoren, durch die ein Dekubitus entstehen kann, genutzt. 

Die einzelnen Risikofaktoren werden in Gruppen zusammengefasst (z. B. eingeschränkte Mobilität, Infektion oder Inkontinenz) und zur Berechnung der erwarteten Anzahl inzidenter Dekubitalulcera in den Rechenregeln des Qualitätsindikators „Stationär erworbener Dekubitalulcus (ohne Dekubitalulcera Stadium/Kategorie 1)“ (ID 52009) verwendet. Diese Daten werden im Verfahren QS DEK als „Risikostatistik“ bezeichnet. Die Risikostatistik wird von den Krankenhäusern im Anschluss an das jeweilige Erfassungsjahr erstellt.

Auswertung und Rechenregeln

Dekubitusprophylaxe (DEK)

Vorläufige Rechenregeln, mit denen die Ergebnisse der Auffälligkeitskriterien berechnet werden. Prospektive Rechenregeln für Auffälligkeitskriterien

Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen für die endgültige Jahresauswertung berechnet werden. Endgültige Rechenregeln

Vorläufige Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen berechnet werden. Prospektive Rechenregeln

Rechenregeln, mit denen die Ergebnisse der Auffälligkeitskriterien für die Jahresauswertung berechnet wurden. Endgültige Rechenregeln für Auffälligkeitskriterien

Die Bundesauswertung enthält für ein Auswertungsmodul die Ergebnisse der Jahresauswertung auf Bundesebene. Bundesauswertung

Ausführlichere Beschreibung von Risikoadjustierungsmodellen, die zu den endgültigen Rechenregeln gehören und die in der Bundesauswertung verwendet werden. Modellsteckbrief

Spezifikation

Dekubitusprophylaxe (DEK)

Die Ausfüllhinweise dienen als Hilfestellung bei der Dokumentation durch den Anwender. Ausfüllhinweise

Bildet anhand von Fragen und Antwortmöglichkeiten ab, welche Daten durch den Leistungserbringer dokumentiert werden müssen. Dokumentationsbogen

Die Anwenderinformation bildet ab, wann eine Dokumentationspflicht besteht. Anwenderinformation QS-Filter

Die Risikostatistik ist eine Aufstellung von Basisinformationen für eine spezifische Patientengruppe auf Basis vorhandener Abrechnungsdaten. Anwenderinformation Risikostatistik

Bundesqualitätsbericht

Die vollständigen Bundesqualitätsberichte sowie die QSEB-Anhangtabellen (Excel-Datei) des Bundesqualitätsberichts stehen hier zum Download zur Verfügung.

bis Auswertungsjahr 2024

Zusatzinformationen