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§ 137a SGB V –
für eine bessere
Versorgung der
Patienten

Inhalt

Systemische Antibiotikatherapie im Rahmen der parodontalen und konservierend-chirurgischen Behandlung

Auftrag zur Entwicklung eines sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens

Auftrag: Das AQUA-Institut wurde am 20. November 2014 vom Gemeinsamen Bundesausschuss mit der Entwicklung von Indikatoren, Instrumenten und der notwendigen Dokumentation für ein sektorenübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) zur systemischen Antibiotikatherapie in der Parodontalbehandlung und der konservierend-chirurgischen Versorgung beauftragt.
Das zentrale Ziel der Beauftragung ist die Erhöhung der Patientensicherheit. Ansatzpunkt für die Qualitätssicherung ist hier die Beziehung zwischen zahnärztlicher Diagnose, weiteren Einflussfaktoren und zusätzlicher systemischer Antibiotikatherapie in der Parodontalbehandlung und der konservierend-chirurgischen Behandlung, die mögliche Über-, Unter- und Fehlversorgungen der Antibiotika adressiert. Die konkreten Ziele des QS-Verfahrens sind:

Die zu überprüfenden Erhebungsinstrumente sind insbesondere eine QS-Dokumentation bei den Zahnärzten (zur Erfassung relevanter Informationen z.B. Verordnungen, Allergien und Antibiotikaart) sowie die Nutzung von Sozialdaten (SGB V). Diese umfassen pseudonymisierte Versichertenstammdaten, Daten zur Abrechnung zahnärztlicher Leistungen (kollektivvertraglich) nach §295 sowie Daten zur Abrechnung der Apotheken nach §300.
Die Beauftragung ist mit einer Bearbeitungszeit von 12 Monaten vorgesehen. Die Entwicklung des QS-Verfahrens (Abschlussbericht einschließlich Stellungnahmeverfahren) wird im November 2015 abgeschlossen.

Thema: In der Zahnmedizin ist bei der Antibiotika-Anwendung eine kritische Abwägung der medizinischen Vor- und Nachteile erforderlich. Die Antibiotikatherapie darf nicht routinemäßig verordnet werden und ist dabei grundsätzlich nicht als alternative Therapie zu zahnärztlichen Eingriffen, sondern als unterstützende Therapie zu verstehen. Die Recherchen und Expertengespräche der Konzeptskizze des AQUA-Instituts ergaben, dass für eine Antibiotikatherapie in der Parodontalbehandlung sowie bei zahnbezogenen Infektionen (z.B. nach konservierend-chirurgischen Behandlungen) wenig bis gar keine Evidenz vorliegt, aufgrund mangelnder randomisierter, placebokontrollierter Langzeitstudien. Die Konzeptskizze wies sowohl auf Über- als auch auf Fehlversorgungen der Antibiotikaverordnung in der zahnärztlichen Praxis hin. Dies kann zu Komplikationen und zur Gefährdung der Gesundheit führen (d.h. Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen). Es liegen derzeit allerdings noch keine systematischen Daten zur Resistenzsituation bzw. Resistenzentwicklung in der Zahnmedizin vor. Beispielsweise ist der häufige Einsatz des Reserveantibiotikums Clindamycin sowohl im nationalen (mit anderen medizinischen Disziplinen) als auch internationalen Vergleich statt des Standardantibiotikums Amoxicillin weder wissenschaftlich noch pharmakologisch (medizinischer Nutzen) zu begründen.

Abschlussbericht:

Abschlussbericht Systemische Antibiotikatherapie

Indikatorenset 1.1

Anhang zum Abschlussbericht

Dokumentation und Würdigung der Stellungnahmen

Auftrag:

Beschluss des G-BA zur Systemischen Antibiotikatherapie